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Friedensnobelpreis

Der Friedensnobelpreis ist einer von insgesamt sechs Nobelpreisen. Er wird jedes Jahr zum 10. Oktober verliehen – dem Todestag seines Stifters. Alfred Nobel (1833-1896) war Chemiker und Industrieller und wurde durch die Erfindung des Dynamits zu einem der reichsten Männer seiner Zeit. In seinem Testament legte er fest, dass sein Vermögen durch die Vergabe bestimmter Preise zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlern verwendet werden sollte.

Außerdem stand darin, dass sein Vermögen zur Gründung einer Stiftung dienen sollte, die jedes Jahr fünf Preise an diejenigen zu vergeben habe, die „im Laufe des vorangegangenen Jahres den größten Dienst an der Menschheit geleistet haben“. Der Preis sollte in den Bereichen Chemie, Physik, Medizin, Literatur und Frieden verliehen werden. Seit 1969 gibt es auch einen Preis für Wirtschaftswissenschaften, der allerdings von der schwedischen Reichsbank in Erinnerung an Nobel gestiftet wurde.
Die Preise sollten an solche Personen verliehen werden, die sich der Forschung widmeten und Visionen hatten. Der jeweilige Preis war dazu gedacht, dass sich die Empfänger unabhängig von finanziellen Nöten ihren Forschungen widmen können.

Der Friedensnobelpreis im speziellen wird seit 1901 vom so genannten Norwegischen Nobelkomitee vergeben. Nach den Angaben im Testament soll er für den Einsatz zur Verbrüderung der Völker, die Reduktion stehender Armeen sowie den Aufbau und die Verbreitung von Friedenskonferenzen vergeben werden. Dabei stellt der Friedenspreis in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit unter den Preisen dar. So ist er der einzige unter den sechsen, der in Oslo von einem fünfköpfigen Ausschuss des norwegischen Parlaments ausgewählt und nicht wie die anderen Preise in Stockholm von verschiedenen, zumeist regierungsunabhängigen Instituten vergeben wird.

Die Vergabe des Friedenspreises ist streng geregelt, nachdem vom Tod Alfred Nobels bis hin zur ersten Verleihung fünf Jahre vergehen mussten, um die Modalitäten eines solchen Preises zu klären beziehungsweise auszuhandeln, da Nobels Testament einigen Spielraum für Interpretationen lässt und die Vergabepraxis nicht genau festgelegt wird. Eine Festlegung Nobels gab es aber: Die Vergabe des Preises sollte weder an Nationalität noch an Geschlecht der Empfänger und Empfängerrinnen gebunden sein.

Obwohl bereits 1905 der erste Friedensnobelpreis an eine Frau, nämlich Bertha von Suttner ging, konnten bis 1982 lediglich sieben Frauen den Preis entgegennehmen. In den vergangenen 13 Jahren erhielten mit der aktuellen Preisträgerin von 2004, Wangari Muta Maathai, noch einmal sechs Frauen den Friedensnobelpreis. Insgesamt bekamen den Preis seit 1901 92 Personen, wovon insgesamt zwölf Frauen waren, was rund elf Prozent entspricht. Dabei muss jedoch angemerkt werden, dass auch Institutionen den Preis bekommen können (bisher 20 seit 1901), dass Preise an bis zu drei Personen vergeben werden können und dass nicht in jedem Jahr ein Preis vergeben wurde, beispielsweise wenn das Komitee keinen der Vorgeschlagenen für die Entgegennahme des Preises als würdig empfand.
Alle Preisträger erhalten eine Urkunde, eine Goldmedaille und einen Geldbetrag. Dieser ist vom Jahreszinsertrag der Nobelstiftung abhängig. Im Jahr 1901 war der Preis mit 150.800 Kronen dotiert. Er steigerte sich seit 1970 von umgerechnet 288.000 DM auf ca. 1,1 Mio. Euro (entspricht 10 Millionen Kronen) im Jahr 2004.

(dok)

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