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Lomé-Politik

Die inzwischen auf eine Stärke von 71 Staaten angewachsene Gruppe der AKP-Staaten beschreibt Entwicklungsländer, die Sonderbeziehungen in entwicklungspolitischer Hinsicht zur Europäischen Union (EU) unterhalten. Diese Form der Entwicklungspolitik wird gemeinhin auch als „Lomé-Politik“ bezeichnet.

Während die Entwicklungspolitik der EU insgesamt aber weitere Bereiche umfasst, war die Lomé-Politik im Kalten Krieg mit dem Ziel der Eindämmung kommunistischen Einflusses in den verschiedenen Regionen der Welt entstanden, was nun auch zunehmend dazu führt, dass der AKP-Staatengruppe das interessenpolitische Abseits droht. Nichtsdestotrotz gilt das Lomé-Vertragswerk in der EU nach wie vor als „Modell für partnerschaftliche Nord-Süd-Beziehungen“.

Neben finanzieller Unterstützung und Kreditvergabe sowie Zollfreiheit für Industrieprodukte der AKP-Staaten in die EU beinhaltete die Lomé-Politik auch Sonderregelungen bzgl. bestimmter Rohstoffe und Ausgleichfonds für Agrarprodukte und mineralische Rohstoffe zur Stabilisierung von Exporterlösen. Kritisiert wurde diese Form der Politik für ihren zu geringen finanziellen Umfang sowie ihre zu starke regulative Wirkung, die bspw. die Bildung regionaler Märkte behindert habe. Darüber hinaus seien Ausgleichszahlungen zu großen Teilen zu selektiv verteilt worden. Ende des letzten Jahrhunderts haben dann Neuverhandlungen über die Lomé-Politik stattgefunden.
(ben)

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