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Human Development Index (HDI)

Der Human Development Index (HDI) stellt eine Messgröße zur besseren Erfassung des Entwicklungsniveaus eines Landes dar. Er setzt sich aus den drei Komponenten (1) Lebensdauer (Lebenserwartung bei Geburt), (2) Bildungsgrad (Analphabetenquote der Erwachsenen und Einschulungsquote) und (3) Lebensstandard (reale Kaufkraft pro Kopf (Purchaise Power Parities (PPP)) zusammen. Der HDI wurde zum ersten Mal 1990 vom UN Development Programme (UNDP) im von ihm veröffentlichten Human Development Report (HDR) vorgeschlagen. Der HDI kann einen Wert zwischen 0 und 1 annehmen, wobei kein Land die jeweiligen Extremwerte erreicht. So konnte beispielsweise im Jahr 2000 der höchste HDI in Norwegen mit einem Wert von 0,942 und der niedrigste HDI in Niger mit einem Wert von 0,277 verzeichnet werden.

Das Pro-Kopf-Einkommen (PKE), das vor allem die Weltbank als Kernindikator verwendet, wurde im Vorfeld als unangemessen kritisiert, weil dabei lediglich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) durch die Anzahl der Einwohner eines Landes geteilt wird. Kritisiert wurden BIP und PKE als Indikatoren, weil sie lediglich das Wirtschaftswachstum anzeigen und nichts über PPP oder soziale (Un-)Gleichheit aussagen. Dem soll der HDI als Alternative gegenüber stehen.

Bei Indizes zur Messung von Entwicklung sollen möglichst viele Erscheinungsformen mit möglichst wenig Zahlen erfasst werden. Anforderungen an einen Entwicklungsindikator sind dementsprechend Unabhängigkeit vom Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, keine Ausrichtung an einer bestimmten Volksgruppe (Ethnozentriertheit), Sensibilität für Verteilungsaspekte, einfache Erhebungsmöglichkeit und Verständlichkeit und schließlich internationale Vergleichbarkeit.

Obwohl der HDI eine Alternative zum PKE bietet, hat auch dieser Indikator Kritik auf sich gezogen, da er zum einen die Menschenrechtssituation und die Wettbewerbsfähigkeit der Länder nicht berücksichtigt und weil zum anderen die Lebenserwartung bei Geburt nur die Quantität und nicht die Qualität misst. UNDP hat bereits auf diese Kritik reagiert. Mit Hilfe eines speziell disaggregierten HDI, das heißt, indem zusätzliche Komponenten wie beispielsweise Gender oder Political Freedom berücksichtigt werden, soll der Index noch an Aussagekraft und Verlässlichkeit gewinnen.

(dok)

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