| EU-Afrika-Dialog
Der sogenannte EU-Afrika-Dialog begründet
sich nach Angaben der Europäischen Union (EU) auf „gemeinsame
Ziele und Werte“ wie sie sich im EU-Vertrag und der Gründungsakte
der Afrikanischen Union (AU) sowie im Cotonou-Abkommen (letzte Neuformulierung
der Lomé-Politik), im Barcelona-Prozess und schließlich dem
Manifest der NEPAD (Neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas)
wiederfinden.
HANNOVER (Zeitlupe) – Dieser Dialog wurde mit dem ersten EU-Afrika-Gipfel
im April 2000 in Kairo eingeleitet. Er kann somit als Versuch gewertet
werden, der bisher auf vielen Ebenen verlaufenden und durch eine Vielzahl
verschiedener Abkommen gekennzeichneten EU-Afrika- bzw. EU-Entwicklungspolitik
einen übergeordneten, strukturierenden Rahmen zu geben.
Ein neuer Hauptaspekt dieses Dialoges soll sein, in Entwicklungs- und
Handelsfragen einen gesamtafrikanischen Fokus zu eröffnen, da bisherige
Abkommen doch zumeist nur einzelne afrikanische Regionen oder Länder
betrafen. Drei Gruppen von Hauptzielen nennt die Europäische Kommission
in ihrer Mitteilung vom 23. Juni 2003 (siehe KOM 2003 (316) endgültig):
erstens die Stärkung der politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen
Beziehungen, zweitens die Überwindung von Armut und die Umsetzung
eingegangener Verpflichtungen auf internationalen Konferenzen (Doha, Monterrey,
Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung) und drittens die Förderung
von Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Afrika.
Dabei sollen folgende Themen im Mittelpunkt des Dialoges stehen: Menschenrechte,
Demokratie und verantwortungsvolles Regieren, Verhütung und Beilegung
von Konflikten, Ernährungssicherheit, HIV/AIDS und andere Epidemien,
Umwelt, regionale Integration und Handel, Auslandsschulden sowie schließlich
die Rückgabe rechtswidrig ausgeführter Kulturgüter. Außerdem
nimmt sich die Kommission in ihrer Mitteilung noch dem Thema an, wie der
Dialog konkret flexibler und einfacher gestaltet werden kann und verweist
in diesem Zusammenhang auf „Ansatzpunkte für einen möglichen
Ausbau der institutionellen Beziehungen“. Diese ergäben sich
namentlich auf Ebene der hohen Beamten, der biregionalen Arbeitsgruppen,
zwischen der AU und den Missionsleitern in Addis Abeba im Rahmen des regelmäßigen
Dialogs für Frieden und Sicherheit, zwischen den afrikanischen Missionsleitern
in Brüssel und der Kommission der AU sowie derer der EU.
(ben)
Mehr:
AKP-Staaten
EU-Entwicklungspolitik
Lomé-Politik
|