Mai 2004

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Blutiger Religionskrieg in Nigeria

Wie christliche und islamische Fundamentalisten den Kontinent zerstören / Die ZEIT

BERLIN (Zeitlupe) – Samuel P. Huntingtons „Kampf der Kulturen“ findet tatsächlich statt, schreibt Bartholomäus Grill in der ZEIT (27. Mai 2004). Doch nicht in der westlichen Welt, wo man darüber räsoniere, sondern in Nigeria, wo die Religion inzwischen nach dem Erdöl zum zweiten Exportschlager aufgestiegen sei.

Fundamentalistische Vertreter von Islam und Christentum kämpfen dort gegeneinander wie Kreuzritter im Heiligen Krieg, so der Verfasser. Mehr als 10 000 Menschen seien seit 1999 getötet worden. Der christlich dominierte Süden des Landes stehe dem islamisch geprägten Norden bei Menschenrechtsverletzungen und Missionsabsichten dabei in keiner Weise nach.

Ganz im Gegenteil gebe es in Nigeria ein beachtliches Potential christlicher Fundamentalisten. Dem Spiritualismus verschriebene Betrüger und missionarische Abzocker, wie der selbsternannte deutsche Prophet Reinhard Bonnke, schüren nach Angaben des Verfassers die ohnehin schon prekäre Lage. Das Christentum breite sich dank solcher Leute auf dem afrikanischen Kontinent so schnell aus wie nirgendwo anders auf der Welt.

Dadurch werde der afrikanische Kontinent allerdings nicht nur von etlichen innerstaatlichen Kriegen und Krisen wie im Sudan und in der Elfenbeinküste durchfressen, sondern auch die Ausbreitung der Pandemie AIDS werde durch den Verhütungsmittel verachtenden christlichen Fundamentalismus gefördert. Die Religionen zeigen hier ihre blutigen und menschenverachtenden Gesichter, klagt Bartholomäus Grill an.
(max)


Link: http://www.zeit.de/2004/23/Missionare_Nigeria

 

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